Wenn Kratzen mehr ist als nur Kratzen – Was du über Juckreiz bei Hund und Katze wissen solltest

Triggerwarnung: dieser Artikel enthält Erinnerungen an Foxi, einen Jagdterrier-Mix mit ordentlich Charakter.

Ich war ungefähr zwölf Jahre alt, als Foxi bei uns einzog – unser erster Familienhund, ein kleiner Schlingel aus dem Tierheim. Dass er sich ständig auf dem Teppich wälzte, an der Schnauze rieb und abends in seinem Körbchen hingebungsvoll an seinen Pfoten knabberte, war für uns „normal“. Heute, mit dem Wissen aus Studium und Praxis, weiß ich: Foxi hatte ziemlich sicher Juckreiz – und zwar nicht zu knapp.

Juckreiz: Was ist normal – und was nicht?

Ein bisschen Kratzen hier, ein bisschen Lecken da – klar, das kommt bei Hunden und Katzen vor. Aber: Wenn dein Tier regelmäßig und intensiv kratzt, schleckt, sich wälzt oder an bestimmten Stellen leckt, ist das ein Warnsignal.
Wichtig zu wissen:

  • Hunde zeigen Juckreiz oft offensiv – durch Kratzen, Wälzen, In-die-Pfoten-Beißen, Sich-Belecken oder Ohren-Schlackern.
  • Katzen sind da subtiler. Sie putzen sich auch als Normalverhaltenl. Wenn's aber exzessiv wird oder kahle Stellen entstehen, solltest du genauer hinsehen.

Drei häufige Ursachen für Juckreiz

  1. Parasiten: Flöhe, Milben & Co. können massiven Juckreiz auslösen. Besonders heimtückisch: Ein einziger Floh kann bei empfindlichen Tieren ausreichen, um tagelanges Kratzen auszulösen – auch wenn du ihn gar nicht siehst.
  2. Hautinfektionen: Hefepilze und Bakterien siedeln sich gerne auf geschwächter Haut an – meist als Folge anderer Erkrankungen wie Allergien oder hormonellen Störungen.
  3. Allergien: Ob Futter, Pollen oder Hausstaubmilben – Allergien zählen zu den häufigsten Ursachen für chronischen Juckreiz. Anfangs sieht man oft „nur“ das Verhalten, ohne sichtbare Hautveränderung.

Und manchmal steckt mehr dahinter

Nicht immer ist der Auslöser körperlich. Gerade bei Katzen kann Stress ein echter Trigger sein. Auch bei Hunden gibt es sogenannte „Leckdermatitiden“, bei denen sich Stress, Schmerz oder Juckreiz  und Verhaltensmuster gegenseitig verstärken. Deshalb gilt: Ganzheitlich denken – Körper und Psyche gleichermaßen beachten – ist entscheidend.

Was du tun kannst

Wenn du bei deinem Tier regelmäßig Juckreiz-Beobachtungen machst, lohnt sich der Gang zur Tierärztin oder zum Tierarzt deines Vertrauens. Dort kann z. B. ein Hautabklatsch gemacht oder gezielt auf Parasiten getestet werden.

Und: Stressreduktion gehört immer zur Therapie – egal ob Floh, Futter oder Frühlingspollen der Übeltäter sind.

🎧 Neugierig geworden?
In der vollständigen Podcastfolge erfährst du:

  • Woran du Juckreiz sicher erkennst
  • Warum Allergien oft unsichtbar starten
  • Wie Parasiten übersehen werden können
  • Und wie du dein Tier ganzheitlich unterstützen kannst

📌 Jetzt reinhören in Folge 2 von Wissenschaftlich -Ganzheitlich (auf allen Podcast-Plattformen)

Das könnte dich auch interessieren

Wenn der Bauch grummelt: Magen-Darm-Probleme beim Hund erkennen und verstehen

Magen-Darm-Probleme beim Hund zeigen sich oft leise und werden leicht übersehen. In diesem Artikel erfährst du, welche subtilen Symptome ernst zu nehmen sind und warum genaues Beobachten der wichtigste erste Schritt ist.

Zum Beitrag

Medical Training für Katzen – geht das überhaupt? (Spoiler: ja, und es lohnt sich!)

Medical Training kann Katzen helfen, Tierarztbesuche, Medikamente und Pflege deutlich stressfreier zu erleben. In diesem Artikel erfährst du, wie Training funktioniert, warum es sich lohnt – und wie du Schritt für Schritt damit anfangen kannst.

Zum Beitrag

Enteropathie, Leaky Gut & Co – Was bedeutet das eigentlich für dein Tier?

Eine verständliche Einordnung zu chronischen Darmentzündungen bei Hund und Katze: Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Begriffe, den Weg zur Diagnose und was sie konkret für den Alltag und die Ernährung deines Tieres bedeuten.

Zum Beitrag